Das Eigentum … ? (3)

Wem gehört die Welt ... ?

Bereits in Teil 1 der Beitragsserie „Eigentum“ hatte ich ja schon zum Thema Grundstückseigentum philosophiert. 

Einerseits weil das dort Lesbare meine erlangte Grundüberzeugung ist, andererseits weil dies auch – wie dort dargelegt – einen Teilaspekt der Finanzierung eines Grundeinkommens bilden kann, von dem ich ebenfalls überzeugt bin, dass wir es brauchen werden, um unsere Welt für alle lebenswert zu machen und den inneren Frieden zu erhalten.

Das Thema ist also bereits aus diesen Gründen brisant und aktuell. Es bekommt aber „auf Sicht“ noch eine weitere grosse Bedeutung. Dazu gleich mehr.

Eigentum:

Wenn wir ihm keinen Nutzwert zumessen, kümmert unser Eigentum weder uns noch andere.

Wenn es zu nichts dient, auch nicht zur Repräsentation, keinen ideellen Erinnerungswert hat, wenn es nichts erwirtschaftet, nichts kann ausser irgendwo rumliegen oder möglicherweise gar Verpflichtungen auslöst oder Haftungsgrundlagen begründet, dann wollen wir es nicht und dann wird es uns auch von Dritten nicht geneidet oder weggenommen. Es hat dann auch keinen Marktpreis.

Wenn ich also an meine Überzeugung erinnere „die Erde gehört in Ihrer Gesamtheit uns allen und allen folgenden Generationen“ dann würde ich möglicherweise mit Verfechtern der anderen Position immer dann keinen Dissens haben, wenn ich mich auf die eben skizzierten Merkmale bezöge.

Das gemeinsame Erbe der Menschheit.

Ausserhalb des sogenannten Festlandsockels der ca. 200 – 350 Seemeilen vor die Küste der jeweiligen Landmasse reicht und ggfls. von Nationen noch für die Beanspruchung von Bodenschätzen reklamiert wird, gehört der Meeresboden, die Tiefsee (sog. Area)  und die Wassermassen der Ozeane (sog. „Hohe See“) allen Menschen und wird als gemeinsames Erbe der Menschheit gesehen. 

(Da kann ich ja mit meinen Ausführungen zum Land aus Teil 1 also gar nicht so falsch liegen )

tiefseegebiete

Auf den grössten Teil der unter Wasser liegenden Landmassen der Erde trifft das zu, auch aufChallenger Deep“, dem tiefsten Punkt des tiefsten Grabens der Erde, dem Marianengraben.

Wenn ich allerdings auf diesem Meeresboden Bodenschätze (Kobalt, Nickel, Manganknollen, etc.) abbauen wollte, müsste ich mit der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) in Kingston auf Jamaika in Verhandlung treten, die für eine gerechte Verteilung der Erträge insbesondere auch z.G. der Entwicklungsländer Sorge tragen soll.

Die "Cassius - Tiefe"

Wenn ich aber weder Tiefseeboden erwerben noch Bodenschätze abbauen wollte, sondern einfach nur „Raum-Kubikkilometer“ mit Tiefseewasser erwerben und nur den Raum, nicht notwendigerweise das Wasser mein Eigentum nennen wollte, hätte ich keinen Ansprechpartner mit dem ich in Verhandlung treten könnte.

Also mache ich es wie vor zehntausenden Jahren zu Land, nun zu “Wasser/Unterwasser“ und erkläre mich zum Eigentümer dieser „Raum-Kubikkilometer“. Das trage ich in eine hübsche Karte ein und nenne es „Die Cassius-Tiefe“ . Das wäre dann keine Landnahme sondern eine „Raumnahme“

Ich könnte mich aber auch möglicherweise dazu entscheiden nur ein 10 cm tiefes Band, dafür aber mit sehr viel erheblicherer Flächen Ausdehnung zu definieren. Ein „enorm riesiges Laken aus 10 cm Raumtiefe“ irgendwo in der Tiefe des Ozeans.

Und in Zeiten von Satelliten und GPS könnte das alles genau fixiert und in einem neu zu eröffnenden „Register der Ozeanischen Räume (ROR)“ vermerkt werden.

Soweit, so Gaga … jeder würde sagen … was kümmert mich der Spinner. Mein neu erworbenes Eigentum wäre ungefährdet….

…. bis ich verkünde dass dieses 10 cm Band eine Glocke bildet, die über zukünftige Abbaugebiete von Bodenschätzen in der Tiefsee gespannt ist und ihre Durchquerung mit U-Booten, Tauchern und Equipment aller Art gerne kostenpflichtig möglich ist … zum lächerlichen Preis von …. !!! 

Nun plötzlich hat „mein Eigentum“ einen Nutzen, denn es erwirtschaftet etwas. Ich hätte aber vermutlich wenig Chancen das durchzusetzen und in Wirkung zu bringen, denn ….

unterwasserkuppel

…. das nächste was passiert wäre … ich erhalte einen Anruf folgenden Inhalts …. Ich sei ja der Typ mit den Flausen und dem Pin im Kopf , mein Anrufer sei aber der Typ mit dem U-Boot und den Milliarden … und ob ich keine Angst vor Tauchunfällen hätte….. (das Recht des Stärkeren) 

… oder aber Variante 2 etwas zivilisierter, … der erste Deal im „Register der Ozeanischen Räume“ wird dokumentiert.

So, …. und wenn ich jetzt jemand auf die Idee gebracht habe …. Ich habe das Copyright. 

Das Gemeingut

Was ich herausarbeiten möchte ist, die Absurdität Eigentum an Dingen erlangen zu wollen / zu können, die nicht menschenproduziert, „immobil sind und immer schon da waren“

(es geht nicht um den Diamanten den jemand geschürft hat, der ist auch nicht menschenproduziert und war vermutlich auch „immer schon da“, der ist aber mobil)

Und nun schlagen wir den Bogen zurück auf das, was „auf Sicht“ Bedeutung bekommt.

Wem gehört der Orbit in dem Satelliten aller Art kreisen die für bezahlte Dienstleistungen etc. eingesetzt werden ? … oder in dem möglicherweise bald Satelliten mit Rechnern für die KI kreisen um das Problem der Prozessorkühlung zu lösen ?

Wem gehört der Mond auf dem möglicherweise Forschung in Laboren betrieben wird um neue Produkte und Verfahren zu entwickeln ? … oder die KI gekühlt oder auf dem Bodenschätze abgebaut werden ?

Demjenigen der als Nation zuerst seine Fahne hineingehauen hat ? Dem, der ihn erschliesst ?

Ich bin sicher, dass noch in diesem Jahrhundert die erste bemannte Expedition zum Mars erfolgen wird. Wem wird der Mars gehören ? Einem Unternehmen von Elon Musk der das Projekt im Zweifel alleine finanziert und realisiert ? … final, der Mars im Eigentum von Elon Musk ?!

WOW, that’s crazy,

Meine Antwort darauf ist in allen Fällen:

richtung mars

Das alles gehört der Gesamtheit aller Menschen und der Verteilungsschlüssel für etwaige Erträge daraus ist – nach Abzug aller Kosten und einer angemessenen Vorabgewinnvergütung und Rücklagenbildung – über die jeweiligen Staaten pro Kopf zur Finanzierung der jeweiligen Grundeinkommen.

Erst dann, wenn der Mars zur dauerhaften Bewohnung kolonisiert werden sollte, wäre der Verteilungsschlüssel zu Gunsten der Marsbevölkerung zu priorisieren. Das sehe ich aber erst jenseits von Jahr 2100.

Cassius, 16.02.2026

(lest auch die anderen Beiträge zu Eigentum, Grundeinkommen und Zukunftsstadt)

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