Hier kommt der Roboter !

Die deutsche Band „Kraftwerk“ – Pioniere des Elektro-Pop – texteten 1978 in Ihrem Song „Die Roboter“ … „Wir sind die Roboter“… und beschrieben „das robotische Selbstverständnis“ als Diener. 

Durch die Entwicklung seitdem, sowohl im Bereich Mechanik sowie Sensorik, insbesondere aber nun durch die KI hat sich das Qualitätsniveau des besungenen Verhältnisses dramatisch verbessert. 

Der mit KI ausgestattete Humanoide Roboter der Jetzt-Zeit wird über den Dienstleister zum Arbeitspartner avancieren. Tesla´s Optimus, Figur´s Modell Figur 01, Boston Dynamics Atlas zeigen beeindruckend was heute möglich ist und uns sollte klar sein, dass die Entwicklung schnell weitergehen wird.

Automatisierte, robotisierte Produktionsstrassen kennt die Industrie ja schon lange. Stationäre Systeme in abgetrennten Bewegungsbereichen für Greifarme, Manipulatoren etc. und selbstfahrende Transportmaschinen die auf fixen Routen fahren. 

Jetzt aber kommt die Maschine mit den gleichen Mobilitätsfähigkeiten wie Menschen die in für Menschen gebauter Infrastruktur mit unserem „Formfaktor“ unter Wahrnehmung ihrer Umgebung navigieren, sich bewegen und Tätigkeiten verrichten kann – unermüdlich innerhalb der Ladezyklen – mit Sensorien die menschliche Fähigkeiten übertreffen….. und das zu einem Preis der deutlich unter einem Jahresgehalt für den alternativ zu beschäftigenden Menschen liegen wird. 

Daher wird der Humanoide Roboter kommen, … unausweichlich … sicher. 

Ab jetzt beginnend und zunehmend. 

Wohin + Wann ?

Aber wohin kommt er zuerst ?

Dorthin wo er in grossen Stückzahlen den meisten Nutzen bringen kann, d.h. den schnellsten Kostensenkungseffekt erzielt. In Fertigungsstätten, in Lägern und Logistikzentren.

Und da er in China, Korea, Japan dort ganz sicher zuerst eingesetzt wird, wird die übrige Welt um wettbewerbsfähig zu bleiben mit dem Einsatz ebenfalls dort beginnen.

Wir sind da gar nicht der Taktgeber wir folgen nur dem Rhythmus.

Zwar muten die aktuell im Jan. 2026 in veröffentlichten Videos gezeigten, auch führenden Modelle trotz beeindruckender „moves“ wie Salto rückwärts manchmal noch etwas „tapsig“ zögerlich, unsicher und langsam an, aber wir sollten und können davon ausgehen, dass im Verlauf von 2027 ein geschmeidiger, behender, sich zügig bewegender „Maschine-Man“ im Trooper-Look oder Silikondress o.ä. „verfügbar in the House“ ist.  

roboter stehend chatgpt image 28. jan. 2026, 21 18 05

Robbie is in the house ?

Allerdings bezweifele ich, dass der nächste Einsatzzweck über Fertigung und Lager hinaus dann für eine wirklich nennenswerte Anzahl Roboter tatsächlich „im Haus“ sein wird. 

Der Nutzen dort scheint mir überschaubar, einen signifikanten Kostensenkungseffekt kann ich nicht erkennen. 

Ja, … Robbie wird Böden saugen, Tische abräumen, Spülmaschinen bestücken, Wäsche falten etc. können, aber zumindest für mich wäre das kein sinnvoller Einsatzzweck. 

Das kommt mir eher vor, wie in Küchengerät mehr, dass nach interessanter Erstbenutzung im Schrank verschwindet. Wo ist denn da auch die Kosteneinsparung. Die wenigsten Haushalte haben Personal. 

Es kann also nur das eigene Bequemlichkeitslevel adressieren resp. die Optimierung des eigenen Zeitmanagements zu Gunsten „höherwertiger“ Aufgaben oder salopp gesagt um einen „Party-Gag“ gehen. Ich sehe da bestenfalls einen Nischenmarkt.

Ich denke auch nicht, dass die Pflege von öffentliche Grünanlagen oder ähnliches als nächstes in der Reihe stehen wird.

Es kommt in Wellen

Ich vermute die „zweite Welle“ (ca. ab 2029/2030) geht in den Bereich „Kontakt“ (stationär ) bzw. „Kontakt + Service“ mit Bewegungserfordernissen und ergänzenden Aufgaben.

Von dort ist der Schritt zu Aufgaben in der Pflege (ca. ab 2030/2031) nicht weit. (Tagesbegleitung, Gesprächspartner, Handreichungen, Aufsicht) Ich denke dass ein Einwand „fehlender Empathie“ bereits jetzt nicht mehr zutrifft, in 2 Jahren aber ganz sicher nicht mehr zutreffen wird, denn die im Roboter eingebettete KI wird Empathie simulieren können und auch das lindert die Einsamkeit.

Parallel ist dann auch der Einsatz im Bereich Schutz + Sicherheit denkbar ( ca. ab 2033/2034), jeweils in unterstützender Begleitung und unter Aufsicht menschlicher Einsatzkräfte bei Polizei und Wachsicherheitsdiensten sowie letztlich beim Militär. (vielleicht auch deutlich eher, aber das hat dann keine Wettbewerbsrelevanz, sondern wäre konfliktgetrieben)

Erst danach sehe ich  – so ab 2040/2045 – eine weitere sukzessive Alltagsdurchdringung durch Humanoide Roboter, die spezifisch vorauszusagen aus meiner Sicht derzeit noch nicht möglich ist.

Ich denke aber, dass die Mehrzahl der „klassischen Handwerksberufe“ z.b. Heizung und Sanitärinstallationen, Fliesenleger, Elektriker, Schreiner, Dachdecker wegen der Vielfalt der Baustellen und auch der Geländeunebenheiten vergleichsweise schwierig von humanoiden Robotern zu ersetzen sind. 

Früher bauten wir Maschinen, um unsere Muskeln zu ersetzen. Heute bauen wir Maschinen, die unsere Anwesenheit simulieren – und morgen werden sie unsere Partner sein, … bevor wir merken, dass sie uns längst überflügelt haben.

Cassius

roboterhand chatgpt image 28. jan. 2026, 21 12 55

Aber auch Konditoren, Köche, Gastronomen (evtl. Service), Gärtner, Landwirt, Forstwirt, Tierzüchter, Tierpfleger, Sattler u.v.m. insbesondere auch wenn es handwerkliche Angrenzungen zu Kunsthandwerk z.B. Kunstschmied gibt, sehe ich weder schnellem noch hohem „Substitutionsdruck durch Humanoide Roboter“ ausgesetzt …. wobei auch dort Unterstützungsfunktionen durch Humanoide Roboter vorstellbar sind.

Während die erste + zweite Welle noch wettbewerbs-/kosteneffizienzgetrieben sein wird und daher schnell und unaufhaltsam sein wird, wird die Welle „Pflege“ bzw. „Schutz + Sicherheit“ aus meiner Sicht primär „bedarfsgetrieben“ und erst dann „kostengetrieben“ sein. 

Auch diese Welle wird kommen …. etwas weniger vehement.

Die „letzte Ausbaustufe“ ist aus meiner Sicht primär „service- / bequemlichkeitsgetrieben“

Die „Disbalance“

Und während auf der einen Seite menschliche Arbeitskraft durch billigere Maschinenkraft ersetzt wird, werden sich zwar an anderer Stelle neue Berufsbilder im Bereich Steuerung bzw. Kommunikation sicherlich auch im Bereich Selfcare, mentale, psychische  + physische Balance o.ä ergeben – zzgl. neuer Berufsbilder die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Allerdings wird die Zahl der ersetzten Arbeitskräfte die Zahl der in neuen Berufsbildern entstehenden Stellen voraussichtlich bei weitem übersteigen.

Nun ist weniger Arbeit kein Szenario gegen das der Mensch sich grundsätzlich wehren würde – zumal er sich ja auch mit anderen Sachen beschäftigen kann – der Mensch wehrt sich „lediglich“ gegen weniger Einkommen. 

Das wird Thema eines weiteren Beitrages über Grund – bzw. Basiseinkommen.

Cassius, 06.02.2026

(lest auch weitere Beiträge über KI / Humanoide Robotik + Transformationsschmerz Arbeitsleben)

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