„Transformationsschmerz Arbeitsleben“

Um die Generation die jetzt geboren wird mache ich mir in Bezug auf „die KI“ keine Sorgen. Die KI und alle Folgen sind dann Alltag geworden in den hineingeboren wurde.

Was aber ist mit der Generation die jetzt in den Startlöchern zur Berufswahl steht ? Oder auch mit denen, die noch 30 Jahre und mehr in einem gerade angetretenen Beruf vor sich haben ?

Machen wir uns nichts vor. Es wird zwar noch Verwaltungsprozesse und kaufmännische Aufgaben und Vorgänge geben, aber es bedarf schon sehr bald sehr erheblich viel weniger Berufe und Stellen die von Menschen besetzt werden, um diese Aufgaben zu erledigen.

In allen Bereichen von Angebot über Beratung, Bestellung, Bezahlung und Reklamation erfolgt nach verbalem Input eine blitzschnelle Verarbeitung auch komplexer Themen, ggfls. eine kurze Rückkoppelung und dann die Lieferung des Ergebnisses zur Bestätigung / Legalisierung. 

Die Signalauswertung menschlicher Reaktionen in den Phasen Angebot und Beratung ist bereits oder wird so gut sein, dass die Simulation von Empathie möglich ist und kundenseitig kein Bedürfnis nach einer menschlichen Komponente verbleibt. 

Die Expertise der KI – ggfls. In einigen Themen auch einer zielgerichtet optimierten KI z.B. für Jura, Steuern, Consulting – Themen – wird die aller menschlicher Fachleute bei weitem übertreffen.

Einige menschliche Top – Fachleute wird es noch geben müssen um die Fachbereiche Jura, Steuer etc. der KI auf Plausibilität und Konsistenz zu prüfen oder upzudaten, aber das wird ein Bruchteil der Anzahl jetzt vorhandener Stellen ausmachen.

Die Rechtsprechung wird sich sehr erheblich beschleunigen, zuarbeitende Assistenzfunktionen werden erheblich reduziert.

Top Fachleute – in vergleichsweise überschaubarer Anzahl – wird es auch in leitenden Positionen in Unternehmen aller Art geben, um Entscheidungen die durch die KI vorbereitet wurden dann auch zu treffen … solange bis sich für den Inhaber dieser Unternehmen herausstellt, dass auch das besser durch die KI erledigt wird und zur Gesamtsteuerung er selbst und eine Handvoll Vertrauensleute ausreicht. 

Kreative Berufe mit kommerzieller Ausrichtung werden im wesentlichen durch KI ersetzt.

Selbst Kino-Blockbuster könnten aus entsprechend umfangreicher verbaler Beschreibung des Regisseurs entstehen…. sofern nicht auch dort der „Scorcese der nahen Zukunft“ lediglich beim morgendlichen Espresso die Bitte äussert …. 

    • Schreib mir ein komplexes Drama angesiedelt in .… 
    • zur Zeit der … 
    • ungefährer Plot …, bisschen Sex, bisschen Crime … 
    • …. am Ende alle friedlich vereint. 
    • Mach einen Film draus. Dauer 180 min. 
    • Wir sprechen heute nachmittag über Deinen ersten Entwurf und feilen dran.

Ein Künstler wird vielleicht noch in seiner jeweiligen Nische ein biologischer Gegenentwurf zur KI sein, dessen Produkte sich eine gutverdienende Avantgarde leisten wird.

Forschung, wissenschaftliche und Ingenieurwissenschaftliche Disziplinen aller Art allerdings werden m.E. einen Boost erfahren. Die KI liefert die Daten und die Rechenpower … aber sie wird befeuert durch die Neugier der Forschenden. 

Die KI als Forschungsassistent, da wird mancher Wissenschaftler und Ingenieur gar nicht mehr aufhören wollen zu arbeiten.

Das alles wird nicht aufzuhalten sein. Es wird kommen – und es wird schnell kommen, schneller als wir glauben, … nicht ganz so schnell wie wir fürchten….

… weil es wettbewerbsgetrieben ist – auf der jeweiligen Suche nach Effizienz und Kostensenkungspotenzialen bei gleichzeitiger Beschleunigung und Qualitätsverbesserung. 

Ein Verzicht darauf bedürfte einer globalen Entscheidung. Das ist schlicht „undenkbar“.

Künstliche Verzögerungsstrategien werden mit Marktanteilsverlusten oder mit Ausscheiden aus dem Markt „belohnt“ werden.

Es hat bereits begonnen und es wird sich beschleunigen. 

Aber, … ist das ein Grund jetzt Angst zu haben ?

Sicher, …. es wird anders, … anders als ursprünglich gedacht …. möglicherweise deswegen unbequem …. aber niemand wird der Verdammnis überstellt oder ist vom Tod bedroht.

Wenn ich heute vor der Berufsentscheidung stünde, dann würde ich keinen der bislang hier erwähnten Berufe wählen – mit Ausnahme des Forschers, Wissenschaftlers oder Ingenieurs gleich welcher Disziplin.

ki holo im leeren büro augen geschlossen
ki holo im leeren büro augen geöffnet
ki in aktion chatgpt image 28. jan. 2026, 21 29 45

Und wer nicht immer schon Verwaltungsfachangestellter in der kommunalen Verwaltung oder Bankberater oder Anwalt werden wollte und sich im innersten kein anderes Leben vorstellen kann, für den wird das keine Katastrophe sein, nun umdenken zu müssen.

Dem „Novizen“ jungen Anwalt oder Steuerberater – zwischen 25 – 35 Jahre alt – ob angestellt oder selbstständig nebst arrondieren Fach – und Assistenzberufen sowie Inhabern kaufmännischer Berufen aller Art aber würde ich raten, jetzt meine Leidenschaft und mein Potenzial zu prüfen, ob ich mich zu einem alternativen „Beruf berufen“ fühle, um diesen dann – ohne große weitere Zeitvergeudung – zu ergreifen.

Das soll einer geplanten Familiengründung keinen Abbruch tun, sondern vielmehr gerade diese Perspektive zukunftsfähig machen. 

Lediglich einen Immobilienerwerb würde ich wohl noch vertagen, zumal dieses Lebensmodell in Zukunft möglicherweise auch einer Neubewertung unterfallen wird.

Deswegen muss – aus meiner Sicht – aus diesen Gruppen keiner Angst haben, denn jeder kann jetzt noch vorausschauend entscheiden und sich neuorientieren.

Und dazwischen …. ? 

Zwischen dem benannten Berufseinsteiger und dem nahen Berufsaussteiger …

… diejenigen zwischen ca. 35 – 55 Jahren ?

  • … Möglicherweise vor nicht allzu langer Zeit verheiratet …
  • … Kinder vielleicht noch klein …
  • … Vielleicht vor kurzem Wohnungseigentum erworben …

Auch Euch droht weder Verdammnis noch Tod…aber die Situation ist oder wird unbequem. Zuallererst dürft Ihr nicht der Versuchung verfallen, dies zu verdrängen oder „wegzusingen“.  

Bewertet die Situation ohne Beschönigung, holt Euch ehrlichen Rat bei Berufsverbänden, Kammern o.ä.

Ein „… das wird noch dauern“ … oder ein „das wird schon werden“…  aus dem Freundeskreis hilft Euch nicht weiter.

Bewertet auch, ob speziell Euer Arbeitgeber zu den „early birds“ oder den „lazy ducks“ gehört.

comic angst vor künstlicher intelligenz

Springt das Managements auf jede Neuerung… , will es oder muss es Effizienzgewinne heben oder vermeidet es „traditionell“ alle „Aufgeregtheiten“ … bis möglicherweise wirklich Aufregung herrscht ? Diskutiert das mit Euren Vorgesetzten.

Der/Die 53 – 59-Jährige wird den Anpassungsprozess der Unternehmen vermutlich noch 3 – 6 Jahre begleiten und dann – so meine Einschätzung – über Ausstiegsprogramme ( z.B. Kombinationen aus Arbeitgeberanteil und Staat) in die Rente übergeleitet.

Für alle anderen ( ca. 35 – ca. 50 Jahre ) aber sollte gelten, dass ein „Plan B“ vorbereitet und umgesetzt werden muss. Findet in Euch eine Leidenschaft, aktiviert sie und verbindet sie mit einer alternativen Erwerbstätigkeit. 

Selbst derjenige der bis zum Maximum abwartet um „die bekannten Verhältnisse der alten Welt“ noch auszureizen, sollte wissen, was er nach „seinem Tag X“ tun möchte und wieviel Zeit er riskieren möchte die er noch nicht einsetzt um sich in einem alternativen Lebensentwurf zu etablieren.

Wir haben nun Januar 2026. Es gibt Thesen aus 2025 die besagen, dass die dort bereits gestartete Entwicklung sich jährlich beschleunigt, aber erst ab 2030 / 2032 als „dramatisch“ wahrgenommen wird, weil dann Arbeitslosenquoten von 10 % – 15% die neue Normalität bilden könnten.

Diese Entwicklung zu ignorieren oder als irreales Szenario beiseite zu schieben, weil es einem nicht in die eigene bisherige Lebensplanung oder Wertvorstellung passt, wäre fatal. Dann kann man auch den Kopf in den Sand stecken und warten bis einen der LKW überrollt.

Die Annahme es handle sich dabei um eine „zyklische Erscheinung“ die sich beruhigt, weil Ähnliches in der Vergangenheit stets zur Bildung alternativer Arbeitsplätze geführt hat, ignoriert drei Fakten. 

Erstens, die wettbewerbsgetriebene Dynamik insbesondere aus China, Korea und USA die zur Anpassung zwingen wird, zweitens das enorme Ausmass der betroffenen Arbeitsplätze und drittens, dass ehemals neu geschaffene Arbeitsplätze durch Menschen besetzt werden mussten. Dies wird zukünftig mit sehr wenigen Ausnahmen nicht mehr der Fall sein. Die Annahme ist daher eher „Pfeifen im Walde“ und Bullshit.

Einem Teil der durch KI sukzessive reduzierenden Jobs wird man die Arbeitsplätze der aus dem Berufsleben nun ebenfalls sukzessive ausscheidenden „Babyboomer“ gegenrechnen können. 

Ich denke aber es wäre kurzsichtig und naiv anzunehmen, dass etwaige nach technologiebedingten Stellenabbau entstehende Überschüsse an Arbeitskräften nun flugs umgeschult und idealerweise auch noch anzahlmäßig deckungsgleich und räumlich ungebunden umbesetzt werden können, um anderweitig befürchtete demographiebedingte Defizite auszugleichen. 

Das mag man propagieren wollen, aber tatsächlich glauben wird man das nicht, den der Mensch ist in seinen Talenten und Fähigkeiten unterschiedlich und nicht beliebig „upzudaten“ und auszutauschen. 

Das Leben besteht nunmal aus Details und nicht aus aggregierten Werten auf einem Management – Overview Sheet.

Die Politiker die diesen Standpunkt heute vertreten, geben das entweder vor weil sie noch keine Strategie dagegen haben, was bedenklich ist …. oder sie wissen es nicht besser, was noch viel bedenklicher ist. 

Beiden Gruppen gemein ist, dass – sofern keine Perspektive gefunden und auch geglaubt wird –  sie mit der nächsten Wahl vermutlich aus dem Rennen ausscheiden weil mangelhafte bzw. fehlende Konzepte oder auch fehlende Konsensfähigkeit und Durchsetzungsmacht dann soviel Druck auf den Kessel gebracht haben, dass er hochgeht.

Egal wer dann „in Verantwortung kommt“ und „vom Schicksal das Heft des Handelns in die Hand gedrückt“ bekommt, wird keine Zeit mehr in „Vernunft“ investieren wollen weil sein Tagesgeschäft nicht mehr aus „vorausschauend agieren“ bestehen wird, sondern nur noch aus reagieren … Löcher stopfen „Brände“ löschen, Medien beschwichtigen.

…. und wenn ich in diesem Zusammenhang vor etwas Angst hätte, dann davor ….…. nicht vor der KI.

Was ist aber nun mit den Jobs die man stattdessen zukunftsfähig wählt und ab Tag „X“ dann ausübt ?  

…. ein paar Gedanken dazu im nächsten Beitrag.

Cassius, 05.02.2026

(lest auch die weiteren Beiträge zu KI / Humanoide Robotik + Transformationsschmerz Arbeitsleben)

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